Die Burg-Philosophie

Sinnbild Burg

 

Liebe Kulturschätzer.innen lasst euch heute in die Philosophie zu Burgen entführen. Was wir heute als Burg verstehen ist klar. Hohe Türme, hohe Mauern, Steine, Brücken, Ruinen… doch die Wortherkunft Burg ist wunderschön, sie führt zurück zu unseren Freund Julius Caesar, er unterschied die keltischen Siedlungen zwischen Siedlung und Stadt als „oppida“ und befestige Militäranlagen als „burgus“ – was aus dem germanischen ins lateinische transferiert wurde und bedeutet so viel wie: „kleinere turmartiges Kastell“.

Wände so Dick wie Häuser

Burgen sind historische Bauten par excellence. Bereits im 9. Jahrhundert, so vermutet man, wurden in Nordwestfrankreich erste Burgen gebaut. Damals allerdings aus Holz und Erdreich. Sie dienten dazu, um sich vor den Angriffen der Wikinger zu schützen. Ab ca. 1150 wurden als Baumaterialen dann Steine und später auch Ziegel verwendet. In der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts wurde eine Vielzahl von Burgen errichtet. Diese ersten Burgen nannte man Turmhügelbauten oder auch Motten. Sie waren auf künstlich aufgeschütteten Erdhügeln errichtet und verfügten über einen Wehrturm und einen Wohnturm. Geschützt waren sie durch Palisaden. Außerhalb, am Fuße der Burg befand sich die Vorburg mit Wirtschaftsgebäude und Stallungen.

Macht und Respekt

Eine stattliche Burg – Machtausdruck und Herrschaftssymbol des Mittelalters. Sie dienten als Stützpunkt und zum Schutz vor Feinden und boten in Notzeiten Unterschlupf für die bäuerliche Bevölkerung. Auch heute noch strahlen die Burgen oder auch die Burgruinen Größe und vor allem Beständigkeit aus und faszinieren uns. Kaum vorstellbar, wie die Menschen zur damaligen Zeit mit den begrenzten Mitteln, die ihnen zur Verfügung standen, solche Festungen bauen konnten. Irgendwo las ich, dass ein Burgturm innerhalb von nur 20 Tagen üblicherweise von 100 Männern gebaut wurde. Das finde ich eine beträchtliche Leistung!

Was symbolisiert also so eine Burg?

Sie ist stabil und massiv, hat starke Mauern. Sie trotzt den äußeren Einflüssen und überdauert die Jahrhunderte, sie ist beständig. Eine Burg bietet Schutz und Sicherheit und ein zu Hause. Sie war Zufluchtsort, ebenso, wie ein Ort zum feiern. Man konnte sich im Schutz der Burg ausruhen und wieder neue Kraft tanken.

Mein Leben, meine Burg

Hier können wir die Parallele zu unserem Leben ziehen. Auch Menschen können all das sein, oder uns all das geben. Menschen können stark sein, in ihrem Kern unabhängig von äußeren Einflüssen, sie können beständig sein in ihrem Tun und in ihrer Haltung. Menschen können Sicherheit vermitteln und ein zu Hause für uns sein. Sie können Zufluchtsort für uns sein, wenn wir die Stürme unseres Lebens erleben und Trost brauchen. Ebenso können sie eine Quelle der Freude für uns sein und unsere Erfolge mit uns feiern und genießen. Sie können uns Kraft, Inspiration und neuen Mut geben, wenn wir erschöpft sind. Wir können uns bei ihnen ausruhen, fallen lassen, entspannen und neue Energie schöpfen.

All das Wunderbare und Positive können Menschen sein. Manche von ihnen leider auch das Gegenteil. Also sollte ich achtsam sein, mit wem ich meine Zeit teile…Du bist die Summe der fünf Menschen, die dich hauptsächlich umgeben…

Wer fragt, der führt

Welcher Mensch ist für euch eure Burg? Euer Kraft- und Zufluchtsort, euer ZuHaus? Und für wen seid ihr eine Burg? Das Ganze gilt natürlich nicht nur einseitig, sondern auch umgekehrt. Auch in dieser Hinsicht dürfen wir achtsam sein und genauer hinsehen, wie wir mit unseren Mitmenschen umgehen und was wir ihnen von uns geben können und dürfen und mit Freude und Liebe im Herzen schenken.

My Home is my Castle

Nicht nur wir Menschen können füreinander Burgen sein, auch Gott kann eine Burg für uns sein. In „Der Fels“ singt es Xavier Naidoo so schön „Für die Burg, die Du bist und die Zuflucht die Du ganz allein gibst…“

https://www.youtube.com/watch?v=0wGoeLIN5GQ

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