INTERVIEW: „Sanierung von denkmalgeschützten Gebäuden“

Heute gibt es ein kurzes, knackiges Interview mit einem interessierten Kunden, der mit dem Gedanken spielt, ein denkmalgeschütztes Gebäude zu erwerben und zu sanieren. Durch das Interview erhaltet ihr Antworten, auf interessante Fragen rund ums Thema.

„Woher weiß ich, ob ein Gebäude, für das ich mich interessiere denkmalgeschützt ist? Wollte Herr N. als erstes wissen.

IBT: Im öffentlichen Denkmalverzeichnis werden alle Gebäude gelistet, die vom jeweiligen Landesamt für Denkmalpflege als schützenswert angesehen worden sind. Für jedes Bundesland gibt es eine eigene Denkmalliste (in Bayern zu finden auf der Seite vom bayerischen Landesamt für Denkmalpflege). Hier erhält man auch die Information, ob das ausgesuchte Objekt als Teil einer erhaltenswerte Gesamtanlage (Ensemble) oder als Einzeldenkmal geschützt ist. Es kann bei Gebäuden, die älter als 30 Jahre sind auch sein, dass sie schützenswert sind, obwohl sie noch nicht im Denkmalverzeichnis stehen. Auch hier kann man bei der Denkmalschutzbehörde nachfragen.

„Wenn ich nun nicht gleich so viele finanzielle Mittel für eine umfassende Sanierung aufbringen kann, ist es dann auch möglich, erst mal mit kleineren Maßnahmen zu beginnen und alles nach und nach zu machen oder macht das wenig Sinn?“

IBT: Selbstverständlich kann auch mit Einzelmaßnahmen begonnen werden. Auch durch Einzelmaßnahmen kann man schon eine Reduzierung des Energieverbrauchs bewirken. Zu beachten ist jedoch, dass man im Vorfeld trotzdem ein Sanierungskonzept erstellen lassen sollte, das auch mit der Denkmalschutzbehörde abgestimmt wird. Die Gesamtmaßnahmen müssen unabhängig von ihrer zeitlichen Durchführung aufeinander abgestimmt sein, damit sie energetisch und wirtschaftlich effizient umgesetzt werden können.

„Ok. Und wie ist das, fange ich beispielsweise zuerst an die Heizung auszutauschen, oder mache ich erst die Dämmung?“

IBT: Sinn macht es, zuerst zu dämmen und dann die Heizung auszutauschen, da man dann die neue Heizungsanlage nach dem gesenkten Wärmebedarf, der durch die Dämmung entstanden ist, auslegen kann.

„Und was muss ich insgesamt denn so alles beachten, wenn ich sanieren will?“

IBT: Das kann man nicht so pauschal sagen, denn jedes Gebäude ist einzigartig, also muss man immer den Einzelfall betrachten – deshalb ist hier immer eine professionelle Beratung sinnvoll. Allgemein lässt sich sagen, dass man für jede Veränderung an einem denkmalgeschütztem Gebäude eine Genehmigung braucht. Diese Genehmigung muss immer vor Beginn der Arbeiten beantragt und genehmigt werden. Es kann sein, dass die Denkmalschutzbehörde bei ihrer Prüfung Auflagen für die Ausführung erteilt, um die geplanten Maßnahmen mit dem Schutz des Denkmals vereinbar zu machen. Deshalb kann ein Vorgespräch mit der Behörde bereits vor Beginn des Projekts und des Antrags sinnvoll sein. Weiter ist es so, dass bauliche Ergänzungen nachvollziehbar sein müssen und eventuell auch wieder rückgängig gemacht werden können. In jedem Fall müssen alle Veränderungen an einem Denkmal (inklusive verwendeter Materialien und angewandte Techniken) dokumentiert werden. Die Dokumentation wird von der Denkmalschutzbehörde aufbewahrt.

„Wie ist das, brauche ich zwingend so eine fachliche Beratung und Planung? Das ist ja schon auch wieder mit zusätzlichen Kosten verbunden…“

IBT: Ja, das ist richtig, aber das sind Kosten, die sich auszahlen, denn unterm Strich kommt man insgesamt gesehen günstiger weg. Die entsprechenden Fachkenntnisse und Erfahrungen eines Planungs – und Ingenieurbüros führen in der Regel dazu, dass die gewünschten Maßnahmen günstiger umgesetzt werden können. Ebenso reduziert sich das Risiko für Bauschäden und das Aufkommen unvorhergesehener Kosten. Wenn wichtige Aspekte nicht bedacht werden, können sich Sanierungsmaßnahmen übermäßig in die Länge ziehen, fehlerhaft ausgeführt sein, oder eben teurer werden als erwartet. Solche Folgen ergeben sich meist daraus, dass die Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde oder die Untersuchung der Bausubstanz unzureichend war oder aus einer fehlenden/unzureichenden Planung sowie Fachkunde. Das kann durch eine professionelle Planung vermieden werden. Außerdem erfährt man auch welche Zuschüsse man eventuell beantragen kann, was wiederum Geld spart.

„Achja genau, das wollte ich auch noch wissen. Gibt es für eine Sanierung finanziellen Unterstützung, oder besser gesagt, welche Unterstützung gibt es?“

IBT: Ja, also es ist so, dass Investitionen in ein Baudenkmal auf jeden Fall in besonderem Maße steuerlich geltend gemacht werden können. Das ist das eine und das andere ist, dass sowohl die Baukosten, als auch die Planungskosten durch Zuschüsse gefördert werden und man auch zinsgünstige Darlehn erhält. Wichtig dabei ist nur, dass meistens der Antrag für die Förderung vor der Auftragsvergabe gestellt werden muss!

Das waren die Fragen des Herrn N. und wir hoffen, dass auch Euch die Antworten einen ersten Überblick und ein wenig Klarheit verschafft haben, wenn es um die Sanierung denkmalgeschützter Gebäude geht. Sollten Euch noch weitere Fragen unter den Nägeln brennen, dann lasst gerne einen Kommentar da oder meldet euch einfach bei uns!

Euer #KSDR Team

  14.05.2020

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