Die Glocken der Martinskirche in Greding

                                                                                                                                                                          JK – 01.04.2020

Die Glocken der Martinskirche in Greding

Basilika Greding • St. Martin aus dem 12. Jahrhundert ...

Heute befinden wir uns im wunderschönen Städtchen Greding, wo es eine amüsante Sage zu den Glocken der Gredinger Martinskirche gibt. Zeitlich hat sich die Geschichte wohl im Mittelalter, genauer gesagt, im 14. Jahrhundert ereignet.

Die fleißigen Gredinger hatten zu dieser Zeit den Turm ihrer Martinskirche höher gemauert und neue Glocken aufgehängt. Die Glocken hatten einen wunderbaren Klang und alle Leute im näheren und weiteren Umkreis waren von diesem Klang sehr angetan. So kam es, dass auch die Eichstätter davon erfuhren. Diese wunderten sich darüber, dass wohl die Gredinger Glocken mehr gelobt wurden, als ihre Domglocken. Also schickten sie sogleich Spione aus, um sich selbst von dem Klang zu überzeugen. Und tatsächlich mussten sie neidvoll zugeben, dass die Gredinger Glocken wirklich den schöneren Klang besaßen.

„Es kann nicht angehen, dass dieses kleine Städtchen klangvollere Glocken besitzt, als unsere schöne Domstadt. Eure Exzellenz, beenden Sie die Schmach für uns Eichstätter und weisen sie die Gredinger an, die Glocken zu uns zu bringen, so dass sie in unserem schönen Dom erklingen.“ wurde der Bischof von einer Abordnung von Bürgern bedrängt. Der Bischof fügte sich zögerlich, hatte mit dem Ansinnen bei den Gredingern aber keinen Erfolg. Sie waren wütend über diese Forderung und weigerten sich die Glocken nach Eichstätt zu bringen. Also schickte der Bischof Männer nach Greding, welche die Glocken abbauen und mit einem Fuhrwerk nach Eichstätt bringen sollten. Es war eine schwere Arbeit die Glocken abzuhängen und es dauerte mehrere Tage, bis sie verladen waren. Die Gredinger mussten tatenlos und verärgert zusehen, wie ihre Glocken von einem Gespann mit zwei Pferden abtransportiert wurden. Zugunsten der Gredinger wendete sich das Blatt jedoch bald wieder, als nämlich das Pferdegespann am Fuße des Gredinger Berges nach der Schwarzachbrücke stecken blieb und sich keinen Meter mehr bewegen lies, so sehr der Fuhrmann auch auf seine Pferde einpeitschte.

„So helft uns und gebt uns zwei Pferde als Vorspann von euch.“ verlangten die Eichstätter  von den Gredingern, die um das Gespann herum standen und ihre hämische Freude nicht verbargen.

„Nichts bekommt ihr von uns.“ erhielten die Eichstätter zur Antwort und weil die Gredinger stur blieben, hatten sie keine andere Wahl, als selbst in Eichstätt zwei weitere Pferde zu holen. Als sie am nächsten Tag mit den zwei Pferden ankamen, war die Enttäuschung groß, denn auch die vier Pferde vermochten das Fuhrwerk nicht weiter zu ziehen. Also holten sie noch zwei weitere Pferde, doch das Ergebnis war das Gleiche. Die Eichstätter wollten so leicht nicht aufgeben und hatten am Ende zwölf Pferde vor das Fuhrwerk gespannt. Das Ganze begleitet von dem Hohn und Spott der Gredinger. Wütend mussten die Eichstätter letztendlich ihr Vorhaben aufgeben und zogen unter schallendem Gelächter der Gredinger, ohne das beladene Fuhrwerk mit ihren Pferden davon, als auch die zwölf Gäule den Wagen nicht ziehen konnten.

Vom Wald am Pfaffelberg beobachteten die Eichstätter Fuhrleute, was die Gredinger nun wohl tun würden. Doch für diese war es ganz einfach. Ein Bauer ging nach Hause und holte zwei Ochsen, spannte sie vor den Wagen und diese zogen das Fuhrwerk mühelos zurück zur Martinskirche. Die Gredinger feierten ausgelassen ihren Triumph in den Wirtshäusern. Unterdessen fürchteten sich die Eichstätter Fuhrleute vor dem Spott, der sie zu Hause erwarten würde. Also überlegten sie, wie sie den Gredingern doch noch den Ruhm nehmen konnten, welcher diese Glocken ihnen einbrachte. In der Nacht dann schlichen sich die Neider zu den Glocken und schlugen mit Hämmern Löcher hinein, mit der Absicht, den schönen Klang zu zerstören. Die Gredinger hatten von all dem nichts mitbekommen, als sie noch in den Wirtschaften feierten. Am nächsten Morgen hingen sie unbedarft ihre Glocken wieder auf und zur Mittagszeit läuteten sie das erste Mal wieder mit ihrem gewohnt wundervollen Klang. Sie hatten keinen Schaden genommen und die Eichstätter wollten sich von da an nie mehr der Gredinger Glocken bemächtigen.

Was lernen wir aus dieser Geschichte? Vielleicht…um es mit den Worten von Paul Watzlawick zu sagen: „…Und wenn das, was du tust, dich nicht weiterbringt, dann tu etwas völlig anderes – statt mehr vom gleichen Falschen!“ Hätten die Eichstätter damals schon diesen Rat gekannt und befolgt, dann wäre die Geschichte womöglich anders ausgegangen. Kreatives und flexibles Denken und manchmal einen Schritt zur Seite zu treten ist gefragt und kann sehr hilfreich sein, wenn es um das Lösen von Problemen geht. Auch und gerade in unserer heutigen Zeit. Also nehmen wir uns ein Beispiel an den Gredingern, für die die Lösung von Außen betrachtet so einfach und naheliegend war.

Welche Lehre zieht ihr aus der Geschichte?

Greding - Tourismusverband Franken

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