Wusstest du schon… Fasching und historische Gebäude

Wusstest Du schon…wie der Fasching/Karneval entstand und was er mit historischen Gebäuden zu tun hat?

Liebe Freunde der historischen Baukunst,

20.02.2020, Unsinniger Donnerstag – ein Tag auf den viele Närrinnen und Narren das ganze Jahr hin gefiebert haben. Sicherlich ist der ein oder andere von Euch heute Abend in seiner schönsten Verkleidung unterwegs und geniest die ausgelassene Stimmung. Aber habt ihr euch eigentlich schon einmal gefragt, woher „Fasching/Karneval“ überhaupt kommt? Kennt ihr die Geschichte des Karnevals? Vermutlich nicht jeder…deshalb laden wir euch aus gegebenen Anlass zu einem kleinen geschichtlichen Exkurs ein. Was das mit historischen Gebäuden zu tun hat? Ihr werdet es gleich erfahren…

Bereits vor 5000 Jahren wurden in Mesopotamien Vorläufer des Karnevals gefeiert. Aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. gibt es eine altbabylonische Inschrift, aus der hervorgeht, dass unter dem Priesterkönig Gudea ein Fest gefeiert wurde, als symbolische Hochzeit eines Gottes. Während diesem Fest war die Sklavin der Herrin gleichgestellt und der Sklave an der Seite seines Herrn. Das Gleichheitsprinzip, welches bis heute ein charakteristisches Merkmal des Karnevals ist fand hier zum ersten Mal bei ausgelassenen Festen Anwendung. Auch die Römer feierten ein Fest (Saturnalien zu Ehren ihres Gottes Saturns), bei dem die Herren und die Sklaven zeitweise ihre Rollen tauschten. Bei diesem Fest wurden bereits farbenprächtige Umzüge veranstaltet und die Römer überschütteten sich mit kleinen Rosen. Möglicherweise ist aus diesem Brauch unser späteres Konfetti entstanden.

Springen wir nun ins Mittelalter. Dort feierte man in Europa vom 12. bis zum Ende des 16. Jahrhunderts „Narrenfeste“. Diese Feste fanden auch in Kirchen statt und dienten dazu, kirchliche Rituale zu parodieren. Es gab sogenannte „Narren – oder Eselsmessen“. 1206 beschreibt der Minnesänger Wolfram von Eschenbach in einem Teil seines Versromans, wie am Donnerstag vor Aschermittwoch Frauen um die Burg der Grafen von Hirschberg- Dollnstein groteske Spiele, Tänze und Verkleidungen aufführten. Da dies die derzeit älteste, bekannte literarische Erwähnung ist, geht Dollnstein davon aus, der Ursprung des deutschen Karnevals und vor allem der Weiberfastnacht zu sein. In Köln findet man erste Nennungen des Faschings 1341 im Eidbuch. Im weiteren Verlauf wurde Fasching hier aus verschiedensten Gründen, unter anderem wegen schwer zu steuernder Exzesse, immer wieder verboten und dann wieder erlaubt. Die Kirche duldete die Fastnacht als didaktisches Beispiel. Sie wollte zeigen, dass der Mensch vergänglich ist und Gott am Ende siegreich bleibt. Deshalb wurde es streng verfolgt, wenn am Aschermittwoch noch weiter gefeiert wurde, denn dieser Tag symbolisierte die unausweichliche Umkehr zu Gott.

Auch in der Neuzeit spielen historische Stätten im Zusammenhang mit dem Karneval eine tragende Rolle. So zum Beispiel Schlösser und Fürstenhöfe, in denen im Barock und Rokoko Karnevalsfeste mit entsprechenden Masken gefeiert wurden. Das Kloster St. Mauritius in Köln ist wohl tatsächlich die eigentliche Geburtsstätte der ersten Weiberfastnacht. Hier tanzten 1729 am Donnerstag vor Karneval  die Nonnen in weltlicher Verkleidung durch die Räume. 1795 wurde im Rahmen der französischen Revolution durch die französischen Besatzer die Fastnacht in Köln verboten, 1804 wieder erlaubt. Sie wurde dann aber als rüpelhaft angesehen. 1804 besuchte der spätere König Friedrich Wilhelm IV von Preußen  Köln  und es tauchte, wenn auch nicht erstmals, der Ausruf „Kölle Alaaf“ als Toast –Ruf für ihn auf. 1848 war der Beginn des Weiterbaus des Kölner Doms und König Friedrich Wilhelm IV schloss seine Rede anlässlich des Weiterbaus ebenfalls mit dem Ausruf „Alaaf“

Abschließend ist noch zu sagen, dass der Karneval in Köln 1823 neu belebt und organisiert wurde und sich der Brauchtum vor allem in Österreich, der Schweiz, dem Elsass, Baden-Württemberg und Bayern erhielt.

Brauchtum bedeutet Tradition und Kultur, ebenso wie unsere alten, historischen Gebäude und beides gilt es für unsere Nachwelt zu erhalten.

In diesem Sinne verabschieden wir uns für heute mit den Worten „Alaaf und Helau“ und wünschen noch eine schöne Restfaschingszeit und viel Spaß beim Feiern!

P.S.  z.B. in Kitzingen, Düsseldorf, Mainz, Köln, Koblenz, Duisburg, Bad Dürrheim, Augsburg oder Speyer gibt es Karnevalsmuseen – falls man mal in der Nähe ist und Interesse hat.

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