Schloßschänke Eysölden – Das tausendjährige Schloss im Dorf

Liebe Leserinnen und Leser,

wir freuen uns, euch heute nochmal auf das wunderschöne 1000 – jährige Schloss mit seiner bezaubernden Schlossherrin Veronika Schiele aufmerksam machen zu dürfen. Ihr erfahrt zuerst ein paar Fakten zum Schloss und anschließend erzählt Veronika selbst, wie es dazu kam, dass sie ein Schloss besitzt. Wir wünschen viel Vergnügen dabei!

Schloßschänke Eysölden

https://schloss-eysoelden.de/

Schloss Eysölden

„Das Schloss ist eine spätgotische Vierflügelanlage, das sich in der Ortsmitte von Eysölden befindet. Es wurde im 12. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt und ist seither die älteste Niederungsburg in Landkreis Roth. Viele herrschaftliche Besitzer kann das Schloss seitdem aufzählen. Bereits 1618 endete mit den Markgrafen von Brandenburg die „Fürstenzeit“. Danach wechselt das Schloss in bürgerlichen Besitz über.

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Es wurde zum Bauerngut und erhielt das Tavernenrecht (Schank- und Übernachtungsrecht). Seit dieser Zeit ist das Schloss Gastbetrieb und jeder aus nah und fern ist herzlich willkommen. Die urgemütlich eingerichtete Wirtsstube ist längst ein Geheimtipp für den besonderen Genuss geworden. Vereint wird hier der Charme vergangener Jahrhunderte mit Wohlfühlatmosphäre und kulinarischer Kochkunst.

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1972 erwarb Frau Gesine Schiele das Anwesen und renovierte innerhalb von sechs Jahren das denkmalgeschützte Gebäude von Grund auf. In dieser Zeit wurde dem alten Gemäuer neuer Glanz verliehen. Für die gelungene Restaurierung überreichte ihr der Bayerische Landesverein für Heimatpflege e.V. 1977 die Medaille für „vorbildliche Heimatpflege“.

Seit Mai 2011 ist das Schloss unter der Leitung von Veronika Schiele, die es im Sinne ihrer Mutter weiterführt und das Schloss mit Leben füllt. Das Bayerische Heimatministerium wählte das Schloss im Sommer 2018 zu einem der 100 besten Heimatwirtschaften.

Geöffnet hat das Schloss jeweils sonntags ab 10.30 Uhr und jeden 1. Sonntag im Monat ganztägig, jeden Freitag bei „Bier ab 4“ (16 Uhr), zu kulturellen Schlossevents und auf Reservierung für Gruppen ab 10 Personen auch unter der Woche“

Hier ein toller Link zu den Foto Freunden Hip, mit wunderschönen Fotos vom Schloss:

https://fotofreunde-hip.com/ng/ffh-newsgalerie/Archiv%20News_2019/Schloss_Eysoelden_2019/newsgalerie.html

Veronika erzählt

Cornelius: Veronika, erzähl mal, wie kommt es dazu, dass Du hier ein Schloss hast?

Veronika: Ja, das war natürlich ein Glücksfall. Indem ich hier als Schlossprinzessin aufwachsen durfte, ganz einfach. Ich hatte das große Glück, dass meine Mutter die Vision hatte, in einem Schloss zu wohnen. Sie ist in der Kriegszeit aus schwieriger Situation geflüchtet und ist auf der Burg Lisberg in Bamberg aufgewachsen. Und das hat ihr die Leidenschaft gegeben, irgendwann später, in ihrem Erwachsenenleben weiter in einem Schloss zu wohnen. Das hat ihr so viel gegeben, auf der Burg aufzuwachsen, mit Pferden und Tieren. Sie war da das einzige Kind und hatte da natürlich das Paradies und die Freiheit auf Erden. Und das hat sie sich dann nach ihrer Karriere, die sie in München gemacht hat wieder gewünscht und da hat sie dann nach einem Schloss gesucht. Sie musste nicht lang suchen und hat es gefunden und hat es von München aus gleich gekauft. Es war damals ausgeschrieben. Ja, und es war aber größer, als sie damals gedacht hatte und dann stand sie so davor, mit ihrem Onkel, der sie aufgezogen hatte, in der Kriegszeit, in einer schwierigen Situation. Ja und dann standen sie davor und haben gesagt: Na dann machen wir was draus. Das war damals noch eine marode Burg, wollte keiner haben, gabs für nen Appel und ein Ei, aber man musste sehr viel Ehrgeiz und Fleiß und Schwitzwasser natürlich da reinstecken, um das wieder her zu richten. Und so kam es, dass sie 1972 hier das schöne Schloss, das mittelalterliche, was ja aus der Spätgotik stammt, also 1132 ist es das erste Mal urkundlich erwähnt, dann wirklich gekauft hat. Als Frau mit 30 Jahren, unverheiratet, kannte keine Menschenseele hier in diesem Dorf, wo die Leute noch ziemlich einfach miteinander umgegangen sind, um das jetzt mal so zu sagen. Sie hat sich durchgesetzt und hier auch gleich ein kleines Wirtshaus eröffnet, um die Leute kennen zu lernen, um auch ihr Netzwerk zu schaffen. Hat sich da die ganzen Talente aus dem Dorf auch rausgesucht, die dann hier eifrig mitgeholfen haben und hat das dann hier von 1972-1978 umgebaut und saniert. Böden rausgerissen, neu gesetzt, Zimmer neu aufgeteilt, den Hof saniert, das Fachwerk frei gelegt und hat da wirklich viel Mühe reingesteckt, dass das ein schönes Schatz Kästlein wieder wird und dass aus der Burg ein schönes Schloss wird. Das hat sie wirklich mit ganz viel Ehrgeiz getan und hat dafür auch einen Orden bekommen. Das ist ihr Verdienst, dass das Schloss so dasteht, wie es ist, mit der guten Substanz, die die alten Mauern in sich tragen. Und ich habe eben das Glück gehabt, da rein zu wachsen mit meiner Schwester. Wir sind hier aufgewachsen wie im Märchen. Mit Hunden, mit Pferden, mit Schlittenfahrten und allem drum und dran. Es war wirklich eine traumhafte Kindheit, die uns unsere Mutter beschert hat. In Frieden hier leben zu dürfen. Das war ein Geschenk. Irgendwann ist sie aber leider krank geworden. So sterbenskrank, dass dann die Wahl, die Entscheidung da war, wer nimmt das Schloss, wer führt es weiter. Meine Schwester war dann in der Schweiz und sie wollte es nicht. Und ich hab den Beruf Hotelfachfrau, Hotelmeisterin gehabt und hab mir das schon immer vorstellen können, dass Schloss wieder aufzunehmen und hier Events zu veranstalten, wie es meine Mutter immer gemacht hat und konnte mich damit gut identifizieren und hab das als große Chance und Herausforderung gesehen, das Schloss hier weiter zu bewirtschaften. Auch wenn ich wusste, es wird schwierig und die Realität wird mich einholen, Das Schloss auch zukunftsfähig zu machen, mit allem drum und dran. Auch ich werde dieser Herausforderung gewachsen sein, mit der Stärke, die uns unsere Mutter mitgegeben hat. Ich habe angefangen. Ich habe nicht gewusst, wie es wird, aber ich hab einfach angefangen. Wie der Cornelius das ja auch so schön erfahren hat…einfach anfangen, einfach tun, dann weiß man mehr. Somit habe ich das getan und die Tendenz war grandios und so mach ich seit 2011 hier Hochzeiten, Geburtstage, hab das Wirtshaus hier wiedereröffnet. Weil das Dorf braucht ein Wirtshaus, damit eine Dorfgemeinschaft auch zusammen gehalten wird. Und das ist einfach eine Institution. Das ist mehr als Essen und Trinken. Da trifft man sich, da werden Dinge verhandelt, da wird noch miteinander geredet, da werden viele Dinge verhandelt, wo man dann auch in Frieden wieder auseinander gehen kann, wo keine Dinge sich doof aufbauschen, sondern da wird wirklich Zusammenhalt gelebt. Und das ist mir wichtig und das trag ich auch in mir. Das ist mein Antrieb, die ganzen zufriedenen und glücklichen Gäste, denen ich einen schönen Tag beschert hab. Eine Hochzeit oder einen Festtag, nach ihren Wünschen, so individuell zu gestalten, wie sie es sich wünschen. Und das ist meine Passion. Und davon bin ich überzeugt, dass mit einem guten, handgemachten, ehrlichem Essen, dass wir hier alles selbst herstellen, aus der Region natürlich – das ist für mich selbstverständlich – im Kreislauf der Jahreszeiten servieren. Wir haben eine kleine Speisekarte, aber dafür ist es frisch, handgemacht, mit viel Liebe und das ist das, was wir hier leben. Das ist mein Traum, den ich mir verwirklicht habe und ja, wer kann schon sagen „My Home is my castle“?

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Quellenangabe zu den Fakten:

https://www.fraenkisches-seenland.de/sehenswertes/schloss_eysoelden-1803/

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