Interview mit Hannes Maier

Interview mit Hannes Maier

Liebe Leserinnen und Leser,

heute im Interview – Hannes Maier. Er ist Zimmerermeister und erzählt uns von seiner Vision und von seinem Handwerk. Wir wünschen viel Spaß, mit diesem sehr interessanten und informativen Interview.

Cornelius: „Hannes, Was ist deine persönliche Vision?“

Hannes: „Meine persönliche Vision ist es, Wohn – und Lebensraum zu schaffen, zu formen. Und zwar, Lebensraum, in dem man sich frei entfalten kann, in dem man sich aber auch geborgen fühlt und in dem man durchatmen kann. In dem sich auch Liebe, Kreativität und Harmonie frei entfalten können.“

Cornelius: „Als Zimmerermeister…wie kannst du jetzt diese Vision in die Welt bringen?“

Hannes: „Und zwar, hab ich dazu ein Konzept entwickelt – das La Casa Viva, also das lebendige Haus. Die Idee ist, lebendige Materialien zu nehmen, die seit tausenden von Jahren vom Feinsten sind sozusagen. Und zwar Lehm, Stroh und Holz, Leinöl, Sumpfkalk. Und diese Materialien, die eine gute Ausstrahlung haben von Natur aus, zu formen, zu verschmelzen mit den neuesten Erkenntnissen unserer Zeit und damit Lebensraum zu erschaffen.“

Cornelius: „Top, Cool. Mit einem Satz, was ist deine Vision?“

Hannes: „Meine Vision ist es, lebendigen Wohnraum zu schaffen.“

Cornelius: „Jetzt interessiert uns, Woher kommst du? Wer bist du? Und was machst du?“

Hannes: „Also, ich bin Zimmermann und ich hab eine Lehre gemacht in der Zimmererrestauration und bin danach auf Wanderschaft gegangen, um meinen Horizont zu erweitern und sozusagen über den Tellerrand hinaus zu schauen. Mich hat es dann nach Neuseeland verschlagen, im Prinzip ein Land mit unbegrenzten Möglichkeiten, mit enormer Freiheit, die man da genießen kann und die ich da genossen hab. Und innerhalb von wenigen Tagen sind mir da die Augen geöffnet worden. Ich hab meine Berufung erkannt. Und zwar mit dem Handwerklichen etwas Positives zu bewegen und in die ganze Welt Wellen zu schlagen damit. Mit dieser Vision im Rucksack bin ich zurückgereist, über Südamerika, einen kleinen Umweg, zurück in die fränkische Schweiz und hab den nächsten Schritt, die Zimmerermeisterlehre absolviert und hab als selbstständiger Zimmermeister meine Träume verwirklicht.“

Cornelius: „Also das ist wirklich eine geniale Sache. Wenn ich es mal kurz revue passieren lasse, ich höre: Ein junger Mann schafft seine Ausbildung zum Zimmerer, geht auf große Reise, von Deutschland nach Neuseeland und erfährt dort, dass er seine Berufung in die Welt tragen möchte, reist dann nochmal kurzerhand über Südamerika wieder zurück in die fränkische Schweiz und macht dann der Berufung folgend seinen Meister. Und du hast gesagt, du bist auf Wanderschaft gegangen. Jetzt ist es ja so, dass wir für Kulturschätze deiner Region natürlich auch aus dem Handwerkerleben gerne die bestimmten Traditionen beleuchten wollen. Heißt also, ich weiß, dass die Wanderschaft, von der Du gesprochen hast, vermutlich die Walz ist. Würdest Du mal in deinen Worten erläutern, was für dich die Walz ist.“

Hannes: „Also die Tradition hat ihren Ursprung, zumindest vermutet man das, im Mittelalter, wo es noch keine digitalen Medien gab, Vernetzung aber sehr wichtig war. Vernetzung mit den Handwerkern anderer Länder, mit den Weisheiten von Außerhalb. Man hat oft als einfacher Handwerker, einfacher Bauer nicht mal die Leute im Nachbardorf gekannt und deswegen ist diese Tradition aufgelebt, welche die Grundlage ist von unserem heutigen Können. Und zwar hat man die Junggesellen für drei Jahre und einen Tag weg geschickt. Sie durften sich ihrem Heimatort nicht nähern in dieser Zeit und sind so weit gelaufen, wie ihre Füße sie getragen haben – mit einem Tuch, vollgebunden mit den notwendigsten Dingen, sind sie dann in andere Länder, andere Regionen, andere Dörfer gereist und haben ihren Wissensschatz verbreitet, aber auch den Wissensschatz von anderen Meistern mit nach Hause getragen.“

Cornelius: „Also Wahnsinn, ich bin geflasht. Das ist die Walz. Grenzgenial, die Weisheiten der alten Meister. Nun, wir wissen deine Vision, wissen, Wer du bist, woher du kommst und was du machst und jetzt kommen wir zu unserem Fragenkatalog. Wann hast du denn deine Leidenschaft für historische Gebäude entdeckt?“

Hannes: „Ich wurde inspiriert von meinem Opa, sowohl auf menschlicher Ebene, ich hab schon immer zu ihm aufgeschaut und ich hab schon immer aufgeschaut, zu dem Kirchturm, der da über unseren Häusern von unserem Heimatort in der fränkischen Schweiz thront, den er selbst, mit seinen eigenen Händen die Schiefer behauen hat und der auch seit Jahren, obwohl er verstorben ist, seine Weisheiten wiederspiegelt und ich sie darin sehen und erleben kann. So ist meine Liebe zu historischen Gebäuden entstanden.“

Cornelius: „Wunderschöne Geschichte. Ich sehe deinen Opa gerade vor mir, wie der den Turm deckt. Wann war das, als er den Turm gedeckt hat?“

Hannes: „Vor 30 Jahren ungefähr, als er noch auf dem Dach gestanden hat, mit 60 Jahren.“

Cornelius: „Was fasziniert dich denn an den historischen Gebäuden besonders?“

„Ja vor allem die beruhigende Ausstrahlung, die einen gleich behaglich fühlen lässt und vor allem auch die Harmonie, in denen die Gebäude zu ihrer Umgebung stehen. Also die Gebäude als die kunstvolle Gestaltung der Menschen, Kultur, die sich auf geniale Art und Weise einfügen in die Natur. Das hat mich schon immer fasziniert.

Cornelius: „Herrlich. Und, ich weiß es ja schon, aber hast du ein historisches Lieblingsgebäude und welches ist es?“

Hannes: „Ja, also ohne zu zweifeln, steht natürlich der Kirchturm vor mir, mit den alten thüringer Schiefern, den ich jedes Mal, wenn ich wieder in die Heimat gehe, schon von Kilometer Entfernung sehen kann.“

Cornelius: „Wo steht der genau der Kirchturm?“

Hannes: „Der ist quasi in der Ortsmitte, in der fränkischen Schweiz, in Wonsees. Das ist im oberen Kainachtal.“

Cornelius: „Welche größere Stadt ist da in der Umgebung?“

Hannes: „Von Stadt kann man nicht sprechen, aber man kann im Prinzip sagen, zwischen Bamberg und Bayreuth auf halber Strecke.“

Cornelius: „Ah, da hab ich auch ne Geschichte: Und zwar, war ich da mal auf der Durchreise und da hab ich dann ein Schildchen gesehen, dass ein Schloss oder ähnliches da ist und hab gedacht, da muss ich hin. Und dann hab ich das Schloss gefunden und hab gedacht, jetzt geh ich da auch mal rein, ich bin Ingenieur, ich darf das J Und dann bin ich da rein gegangen und schau mich so um und sehe im Augenwinkel, wie zwei Köpfe hoch gehen. Das waren die Köpfe von zwei schwarzen Schäferhunden. Ich bin so schnell gerannt, ich glaube, so schnell hast du einen Menschen noch nicht rennen sehen. Ich war Gott sei Dank nur vier/fünf Meter von dem Eingang entfernt und die Hunde sind auf mich los gegangen. Ich hab gerade so hinter mir die Tür zuschlagen können und die Hunde sind gegen die Tür gesprungen. Ich hab mir meine komplette Hose aufgerissen. Dann kam der Besitzer und hat gesagt: „Tja, das kommt davon, wenn man in fremde Gefilde reingeht.“ Also das war meine Geschichte von der Ecke da. Aus Erfahrung weiß ich, dass es eine wunderschöne Gegend da oben ist.

So und jetzt haben wir auch noch eine Frage: Warum unterstützt du denn jetzt mich, bei unserer Mission historische Gebäude zu retten?“

Hannes: „Ja wir sind beide davon fasziniert, die Weisheiten der Meister, der vergangenen Jahrtausende wieder aufleben zu lassen und wir sehen beide, wie die alten Gebäude zu uns sprechen und im Prinzip Lebensinhalt geben für uns und da sehen wir einfach die Möglichkeit, auch das Ganze verschmelzen zu lassen, mit dem Puls unserer Zeit und Großes zu bewirken.“

Cornelius: „Das ist wunderschön. Vielen Dank für die Hilfe, dass du mich da dabei unterstützt und dass wir uns gegenseitig befruchten dürfen, uns helfen dürfen unsere Netzwerke vereinigen dürfen und uns auch in unseren Philosophien ergänzen. Das ist immer wichtig. Das ist nichts anderes, wie die Zimmerermeister schon vor Jahrhunderten festgestellt haben – du hast zwar jetzt dein Handwerk gelernt, aber das Wissen kommt erst, wenn du andere Menschen kennen lernst und dich auch mal mit denen unterhältst. Und genau das passiert ja auch bei uns, je mehr Menschen wir mit ähnlichen Intentionen finden, desto größer wird unser Spektrum unsere Weisheit und genau deswegen machts mir auch so unglaublich Spaß mit dir zusammen zu arbeiten und dich auch bei deiner Unternehmung zu unterstützen.

Du hast ja im Live Video eine Postkarte von unseren APKs gezogen. Würdest du nochmal vorlesen, was darauf steht?“

Hannes: „Ja…Das Leben ist eine Reise ins Ungewisse. Es ist ein Abenteuer voller Erfahrung. Erfahrung aus Glück und Trauer, Mut und Angst, Glaube und Zweifel. Welch ein Glück derjenige hat, der auf die Reise geht. Da muss ich sofort an den Moment denken, wo mir die Augen geöffnet wurden, in Neuseeland, wo ich gemerkt hab, der Mensch hat unbegrenzte Möglichkeiten. Er ist nicht gezwungen, in einer Gesellschaft, nach einer gewissen Folge sein Dasein zu fristen, sondern er hat unbegrenzte Möglichkeiten und Freiheit um seine Vision in die Welt zu tragen.“

Cornelius. „Dem ist nichts hinzuzufügen. Vielen Dank für das Interview. Und ich freue mich auf unsere weitere Zusammenarbeit.“   

 

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